Der "Pinsel" - Kettenöler
   
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Hi,
 
hatte schon länger überlegt wie ich einen Kettenöler mit den entsprechenden Eigenschaften selbst konstruieren würde.
Obwohl ich generell meistens zu komplizierten Lösungen neige ging mir beim Kettenöler "ein einfacher" Gedanke
nicht mehr aus dem Kopf.
 
Es geht zur Steigerung der Lebensdauer ja eigentlich einzig darum geht die Kette konstant feucht zu halten,
ein Überölen das die Suppe abgeschleudert wird und z.B. die Felge versaut erhöht die Lebensdauer nicht.
 
Infomaterial über Kettenlebensdauer: http://www.heckmann-gartentechnik.de/files/kettenwissen.html
 
Habe das jetzt endlich mal zeitlich geschafft in die Tat um zu setzen.
Bin jetzt zwar erst einige Tage (ca. 500 km) damit unterwegs, aber es funktioniert besser als ich "befürchtet" habe.
 
Meist benutze ich irgend welche Dinge die bei mir vorhanden sind und zweckentfremde sie für meine Ideen,
leider ist damit ein Nachbau oft ausgeschlossen.
In diesem Fall wäre das für ganz wenig Geld und einfachen Mitteln relativ leicht zu reproduzieren.
Es kommt nichts an die Schwinge, das ganze ist fast unsichtbar vorn im Ritzelkasten,
es gibt hier keine Pneumatik, Ventil, Einsteller oder Elektrik.
 
Die Funktionsweise ist so einfach das ich mich kaum traue das hier wirklich im Detail vor zu stellen,
aber es geht tatsächlich (bei mir) perfekt.
 
Die Idee beruht auf dem Prinzip der Kapillarwirkung.
Ein Docht einer Petroleumlampe z.B. fördert nur so viel Flüssigkeit wie am anderen Ende so zu sagen abgetrocknet
also entnommen wird.
Wird nichts mehr entnommen (Flamme aus) sättigt sich der Docht noch und dann stagniert der Fluss der Flüssigkeit,
es wird also nichts mehr gefördert.
Mit diesem Prinzip funktionieren eine Menge Dinge im Alltag.
Selbst ein Putzlappen würde ohne Kapillarwirkung keine Flüssigkeiten aufsaugen.
 
Ein Pinsel hat ebenfalls eine Kapillarwirkung, Saugt also von alleine Flüssigkeit.
Benutzt man den Pinsel umgekehrt, also Flüssigkeit in den Griff des Pinsels eingeleitet
saugt der Pinsel diese durch seine Borsten nach außen.
Es gibt solche Wegwerf-Pinsel (siehe Bild) die einen Griff aus Weissblech gerollt haben also innen Hohl sind.
Dieser läßt sich mit einem ganz normale Elektro Lötkolben und Elektronik-Lot (mit Kolofonium) an der Falz zulöten
(sonst läuft da Öl aus).
Eine halbschalige Rohrschelle (3/8 Zoll) mit abgesägten Einschlagdorn und einer angepunkteten Hülse
zur Aufnahme eines Gummis, (bei mir ein Gummigriff eines alten Bananensteckers) kommen als Halterung
an die Distanzhülse der Motorbefestigung über dem Ritzel (einstellbar).
Ein weicher Gummischlauch kommt als Zuleitung direkt übers Griffende.
 
Der Pinsel fördert nur wenn er von der Kette abgestriffen also Öl entnommen wird,
steht der Bock fließt nichts mehr nach (tropft nichts).
Wenn der Pinsel richtig Positioniert wird benetzt er die Rollen und die O-Ringe der Außenlaschen.
Das Öl kriecht innerhalb der Kettenglieder überall hin und die Rollen werden durch die Bewegung rundum feucht.
 
Hatte zum Test nur eine 25 ccm Einwegspritze als Tank provisorisch befestigt damit ich besser den Verbrauch messen kann.
In Erwartung eines gewissen Ölverbrauchs dachte ich natürlich schon über einen richtigen und auch größeren Öltank nach.
Der Ölverbrauch ist aber so unglaublich gering das ich schon dachte da fließt nichts mehr.
Es waren nur etwa 2 ccm auf 100 km, die Kette ist aber nach wie vor feucht.
 
Darum habe ich heute folgendes Experiment gemacht, um sicher zu gehen das die Kette nach dieser Zeit evtl.
auch ohne die Vorrichtung auch nass geblieben wäre.
Die Kette und Ritzel wurde mit Diesel ausgewaschen, komplett blank gewaschen
und anschließend mit reichlich Bremsenreiniger abgepinselt.
Sie war danach so sauber und trocken das nicht mal mehr ein weißes Tuch dreckig geworden wäre.
Dann bin ich langsam bei mir um die Ecken gefahren, nach einem km geschaut, Kette sah noch trocken aus,
mit dem Finger probiert, es war schon ein leichter Ölfilm drauf.
Nach weiteren ca. 10 km war die Kette auch schon optisch wieder feucht.
Es funktioniert also.
 
 
 
Update 1:
 
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Achtung !
 
Der Winkel des Pinsels hat sich geändert.
Er zeigt nun von seinem Haltepunkt direkt auf den Achsmittelpunkt der Ritzelwelle.
Dadurch wird die Lebensdauer drastisch erhöht.