Ölkühlung
 
 
Die Öltemperatur auf ein unkritisch, maximales Maß zu "begrenzen" ist einer der wichtigsten Faktoren  
für die Standfestigkeit bei "Luftkühlern".
 
Es geht nicht darum wieviel Grad ein Öl aushält, es geht einzig darum das gerade an einigen (bestimmten) Stellen im Motor
ein weitaus größerer Teil der anfallenden Wärmemenge über das Öl abgeführt wird, anstatt wie der Name  
"Luftkühler" vermuten ließe, über die außen anströmende Luft auf (durch) Oberflächen entzogen werden kann.
Öl ist zwar ein relativ schlechtes Medium wenn es um den Wärmeübergang (K-Wert) aus Oberflächen geht,
die pro Gewichtseinheit transportierbare Wärmemenge ist leider auch nicht annähernd mit der von z.B.
Wasser zu vergleichen, aber es ist hier das einzige Medium das zum Wärmeentzug und Transport zur Verfügung steht.
 
Eigentlich sollte dessen Temperatur so niedrig wie möglich gehalten werden, da einer der bestimmenden Faktoren
der Wärmeleistung die Temperaturdifferenz zwischen Medium und die von ihm bestrichene Oberflächentemperatur ist,.
der zweite Faktor die Durchflußmenge des Medium pro Zeiteinheit.
Da der zweite Faktor, der Öldurchsatz, an bestimmten Stellen intern kaum beeinflußbar, schwerlich zu erhöhen ist,
kann hier die Wärmeleistung nennenswert nur über die Temperaturdifferenz gesteigert werden,
andererseits kann man die Öltemperatur, um dessen Schmiereigenschaften im Optimum zu halten
sowie wegen der Maßhaltigkeit einiger Motorteile die stark von dessen Temperatur anhängen, nicht unbegrenzt absenken.
Um es vorweg zu nehmen; jedes Grad Temperatur oberhalb des Wertes guter Schmiereigenschaften wäre kontraproduktiv
da weitere kcal verschenkt werden, die das Öl hätte abführen können.
Der Ölkühler (geeignete Wärmetauscher):
Ein Ölkühler ist eine der lohnensreichsten Investitionen die man in die Domi stecken kann.
Der, (dessen Netz) kann gar nicht groß genug sein was die Platzverhältnisse geeigneter Stellen bei der Domi leider nicht einfach macht.
 
Es sollte schon ein "richtiger" Ölkühler sein, denn nur diese Bauarten weisen speziell die für ÖL erforderlichen Eigenschaften
wie Kammern aus möglichst flachem Kastendesign, möglichst dünnwandiger Wandstärke und internem Wellprofil auf.
Rohr oder Bündelrohr Wärmetauscher z.B. sind für Öl nicht geeignet da der Anteil an Durchsatz der "gezwungen" wird
beim Durchgang die Wandung zu bestreichen zu gering ist. Interne Wirbelprofile oder Wandungsprofile steigern
die bei Öl schlechten K Werte in die Wandung nennenswert.
 
Bei ungeeigneten Tauschern kommt der Prozentual größte Anteil des Ölstrom nicht direkt an den Wandungen
zur eigentlichen Wärmeabgabe sondern fließt inmitten des jeweiligen Kanal, isoliert von dem die Wandung benetzenden
schlecht leitenden Ölfilm, der da er sich kaum mit dieser Schicht vermischt (die abgekühlt auch noch zäh an der Wand haftet)
sodaß der Hauptstrom kaum die Möglichkeit bekommt Wärmemenge in die Wandung ab zu führen.
Solche Bauarten erzielen ein weit geringes Delta T. Das Öl verläßt solche Kühler unter gleichen Bedingungen
(Eintrittstemperatur, Lufttemperatur, Durchsatzmengen) also mit weit höherer Ausgangstemperatur.
 
"Richtige" Ölkühler haben außerdem ein "metallisch verbundenes" Netzwerk. Dessen Flachkammern sind durch ein
Lötbad mit dem Netzwerk verbunden. Der K-Wert wird so wesentlich größer als wenn das Netzwerk
die Kammern nur durch Federkraft berührend einklemmt.
 
 
Der Thermostat:
 
Hier sollte man zwischen Sommerfahrer und Winterfahrer unterscheiden.
Wird die Domi hauptsächlich im Sommer bewegt und besteht die Fahrerei nicht überwiegend aus Kurzstrecken ist ein
Thermostat nicht unbedingt erforderlich.
Die Aufwärm-Phase ohne Thermostat ist prinzipbedingt nicht so gravierend länger wie man denken mag.
Ein Ölkühler gibt erst bei einer nennenswerten Temperatur-Differenz zur Umgebungstemperatur Wärme ab.
Solange das Öl nicht deutlich über der Außentemperatur liegt (nennenswert erst ab 30-40 Grad Delta T)
gibt es in der Aufwärm-Phase keinen merklichen Unterschied zwischen "mit" Thermostat und ohne.
Für Sommerfahrer die nur gelegentlich in kühleren Jahreszeiten unterwegs sind und dann nicht mit Höchsttempo
über die Autobahn jagen ist die eindeutig einfachere aber völlig ausreichende Lösung, das Netz in dieser Zeit ab zu decken.
Einen Thermometer zu haben ist ja eh oberste Pflicht... ;-)
 
 
Fortsetzung folgt...